Von der DFG zur Einsteinstiftung: Das Forschungszentrum Matheon

Das Forschungszentrum Matheon als Institution, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, gehört ab 1. Juni 2014 der Vergangenheit an.




Gleichzeitig beginnt für das Matheon als wissenschaftliche Forschungseinrichtung am 1. Juni 2014 eine hoffnungsvolle Zukunft: Für die nächsten Jahre wird die Forschung des Matheon im Rahmen des neuen Einsteinzentrums ECMath finanziert werden. In dieser Zeit soll dann eine langfristige Konstruktion für das mathematische Forschungszentrum gefunden werden. Mit dem ECMath beginnt eine neue Phase für die Berliner Mathematik. Auch wenn sich die Förderung der Matheon Forschung durch die Einsteinstiftung nicht in der Größenordnung der Förderung durch die DFG bewegt, besteht doch die begründete Hoffnung, dass die Erfolgsbilanz in den nächsten Jahren weitergeschrieben wird. Die Gründung des Matheon 2002 erfolgte durch eine Gruppe von Mathematikern aus FU, HU und TU sowie dem Weierstraß-Institut (WIAS) und Konrad-Zuse-Zentrum (ZIB). Das Konzept für das Zentrum trug der Erkenntnis Rechnung, dass die künftigen und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Umwelt, Energie, Ressourcenknappheit, Transport, Kommunikation, Produktion, neue Materialien und Gesundheit ohne mathematische Modellierung, Simulation, und Optimierung nicht mehr bewältigt werden können.

Der Antrag von fünf Trägern allerdings stieß bei der DFG zunächst auf Skepsis. Heute hat sich diese Konstruktion durch den Erfolg des Matheon als die Blaupause für viele Exzellenzcluster herausgestellt. Eine wichtige Grundsatzentscheidung war die interne Organisation des neuen Forschungszentrums. Um die anwendungsorientierte Zielrichtung zu dokumentieren wurden als zentrale Struktur die Anwendungsfelder Lebenswissenschaften, Produktion, Elektronik und Photonik, Finanzwissenschaften, Visualisierung sowie Ausbildung gewählt. Die Forschung in diesen Anwendungsfeldern wird durch die mathematischen Teildisziplinen Optimierung und Diskrete Mathematik, Numerische Mathematik und wissenschaftliches Rechnen sowie Angewandte und Stochastische Analysis unterstützt. Wichtige Kriterien für die Förderung der einzelnen Projekte sind ihre Anwendungsorientierung, die interdisziplinäre Kooperation, der Transfer in die Praxis und die Außendarstellung der Ergebnisse. Schließlich legt das Matheon einen hohen Wert auf die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Die erfolgreiche Umsetzung dieser Ziele lässt sich an einigen beeindruckenden Zahlen nachweisen. Über 200 Mathematikerinnen und Mathematiker waren und sind in den 147 Projekten tätig, in denen mit unterschiedlichen Laufzeiten in den vergangenen zwölf Jahren erfolgreich geforscht wurde und wird. Aktuell sind darunter 56 Professorinnen und Professoren aus den fünf Trägereinrichtungen. Jährlich ergehen durchschnittlich fünfzehn Rufe auf Professuren an Matheon-Nachwuchskräfte. Im Förderungszeitraum wurden über 200 Dissertationen und etwa 30 Habilitationen betreut und abgeschlossen. Alle Matheon-Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie die künstlichen Grenzen von „reiner“ und „Angewandter Mathematik“ ignorieren. Sie haben verstanden, dass Mathematik ein wichtiges Werkzeug ist, das in allen Bereichen der Gesellschaft zum Fortschritt beitragen kann.

Das Matheon ist an acht DFG-Sonderforschungsbereichen, neun Schwerpunktprogrammen sowie fünf Graduiertenkollegs beteiligt. Zahlreiche ausgegründete Firmen sind am Markt erfolgreich. Die Zahl der Auszeichnungen für Matheon-Mitglieder geht in die Hunderte, darunter fünf ERC-Grants. Das Forschungszentrum insgesamt wurde als Ort im Land der Ideen ausgezeichnet. Auch die erstmalige Installierung eines festen Büros der Internationalen Mathematiker Union (IMU) in Berlin geht auf den hervorragenden Ruf zurück, den die Berliner Mathematik weltweit genießt.

Die Nachwuchsförderung des Matheon beginnt bereits in den Schulen. Jährlich besuchen weit über 1.000 Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Matheon -Veranstaltungen. Digitaler Adventskalender, MatheathlOn, das Schülerlabor „MathExperience“ oder die Urania-Vorträge „MathInside“ sind bei Lehrern wie Schülern gleichermaßen beliebt. Nicht nur in der Region, sondern teilweise weltweit. Am Mathekalender nehmen mittlerweile Schülerinnen und Schüler aus über 50 Ländern teil, seit ein paar Jahren gibt es auch eine niederländische Version, der MatheathlOn fand in diesem Jahr sogar in Nairobi statt.


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